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11.09.2019 - 11:37 Uhr

elumeo SE: Weitere Klage gegen Berliner Schmuckhandelskonzern

Berlin / Chanthaburi (ots) -

Die Probleme des in die Negativschlagzeilen geratenen Berliner Schmuckhandelsunternehmen elumeo SE (Mutterkonzermn von Juwelo TV) nehmen zu: Gegen auf der Hauptversammlung am 7.8.2019 getroffenen Beschlüsse wurde eine Nichtigkeits- und Anfechtungsklage erhoben. Mehr noch: Aktionäre sind davon überzeugt, dass das Management unter Wolfgang Boyé die Unwahrheit sagt, vor allem hinsichtlich des in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Schmuckherstellers PWK in Thailand.

In der Klage wird die zentrale Behauptung des Managements widerlegt dass die PWK über ausreichend Mittel verfügt habe, um die Gehälter und Abfindungen von über 600 thailändischen Mitarbeitern zu bezahlen. Die Staatsanwaltschaft Berlin und auch die Polizeibehörden in Thailand ermitteln gegen den Verwaltungsratsvorsitzenden der elumeo SE, Wolfgang Boyé und die geschäftsführenden Direktoren Thomas Jarmuske und Bernd Fischer wegen Betrugs.

Die von der Ankeraktionärin Ottoman Strategy Holdings (Suisse) S.A. eingereichten Nichtigkeits- und Anfechtungsklage gegen die elumeo SE, die ihren Schmuck auch über den TV-Kanal "Juwelo TV" vertreibt, geht auf die "Vernichtung" der konzerneigenen Produktionstätte in Thailand ein. Die elumeo SE hatte über ihre Tochtergesellschaft "Silverline" in Hongkong bei der anderen Tochtergesellschaft PWK Jewelry Company Ltd in Thailand Schmuck in Wert von über 30 Millionen EUR bestellt, allerdings nur einen geringen Bruchteil davon bezahlt. Dies führte letztendlich zum finanziellen Zusammenbruch der eigenen Konzerntochter PWK. Über 600 thailändische Mitarbeiter verloren daraufhin ihren Job, ohne Gehaltszahlungen und ohne die Zahlung von gesetzlich vorgeschriebenen Abfindungen. Bereits im Vorfeld hatte das Management von elumeo SE über Möglichkeiten diskutiert, die thailändischen Mitarbeiter loszuwerden, ohne gesetzliche Abfindungen bezahlen zu müssen.

Der Vorwurf der Aktionärin: "Die Beklagte (elumeo SE) befindet sich aufgrund einer jahrelangen Misswirtschaft des Verwaltungsratsvorsitzenden sowie der geschäftsführenden Direktoren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach Einschätzung der Klägerin konzentrieren sich die Verwaltungsratsmitglieder - allen voran der Vorsitzende des Verwaltungsrats und die von ihm gesteuerten geschäftsführenden Direktoren - auf die Sicherung ihrer eigenen Positionen, statt auf die Vermögensinteressen der gesamten elumeo-Gruppe und ihrer Aktionäre. Das gipfelt in rechtswidrigen Handlungen der Verwaltungsratsmitglieder zu Lasten der Gruppengesellschaften Silverline Distribution Ltd., Hongkong, der PWK Jewelry Company Ltd., Bangkok sowie der dort tätigen Direktoren und sonstigen Garantiegeber, die gezielt und gewollt einen existenzbedrohenden Eingriff in die Konzerngesellschaften darstellen und nach den Grundsätzen der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 13. Mai 2004, Az.: 5 StR 73/03, die Grenze zur Strafbarkeit überschritten haben."

So scheint das auch die Staatsanwaltschaft Berlin zu sehen, die gegen Wolfgang Boyé und die geschäftsführenden Direktoren Thomas Jarmuske und Bernd Fischer wegen Betrugs ermittelt (Aktenzeichen 242 Js 540/19 ), genauso wie die Polizeibehörden in Thailand (Aktenzeichen 0050/2562).

Wie die Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" berichtete, hatte die "Vernichtung" des thailändischen Schmuckherstellers PWK teilweise drastische Folgen für die Mitarbeiter und deren Familien. Eine Mitarbeiterin, eine junge Frau - Mutter eines Kindes - erkrankte und konnte die notwendige Medizinische Behandlung nicht finanzieren. Die Mutter starb. Freunde und Verwandte mussten für eine Bestattung nach buddhistischem Ritus Geld sammeln. Empörte Mitarbeiter der PWK proTESTierten daraufhin vor der Deutschen Botschaft in Bangkok gegen das deutsche Unternehmen elumeo SE und deren Manager. Verwaltungsratsvorsitzender Wolfgang Boyé erklärte dazu gegenüber dem "Handelsblatt", er fühle sich durch die emotionale ProTESTaktion unzulässig unter Druck gesetzt.

Immer wieder forderten die in finanzielle Bedrängnis geratenen Thailänder ihre Konzernmutter elumeo SE dazu auf, wenigstens einen Teil des nach Deutschland gelieferten Schmucks im Wert von über 30 Millionen Euro zurückzuschicken, damit Gehälter, Abfindungen und Gläubiger bezahlt werden können. Doch die deutschen Manager weigerten sich. In der Klage heißt es: "Dennoch schrecken sie nicht davor zurück, ihre Konzerngesellschaft sowie die Konzernmitarbeiter vorsätzlich "über die Klinge" springen zu lassen."

Derzeit muss sich die elumeo SE gegen eine Multi-Millionen-Klage der PWK wehren SWM Treuhand AG wehren, welche die Ansprüche der PWK Geltend macht. Zusätzlich haben auch Lieferanten der elumeo-Tochter PWK das Unternehmen verklagt, weil sie nicht bezahlt wurden, darunter so große Diamantenlieferanten wie Flawless. Andere Edelsteinlieferanten wie Bright Future und G4S wurden ebenfalls nicht bezahlt.

Die Anwälte der Aktionärin OSH werfen dem Verwaltungsratsvorsitzenden Wolfgang Boyé vor "vorsätzlich und rücksichtslos" gegen die Anforderungen an eine verantwortungsvolle und transparente Corporate Governance und die Werte, Grundsätze und Regeln verantwortungsbewusster Unternehmensführung zu missachten.

Trotz all dem lehnten Frankfurt Performance Management AG (FPM) und andere Kleinaktionäre der elumeo SE den Antrag von OSH auf Bestellung eines Sonderprüfers mit dem Mandat zur Prüfung und Klärung der Handlungen von Wolfgang Boyé und seinen Geschäftsführern Thomas Jarmuske und Bernd Fischer ab. Dies ist überraschend und beunruhigend für jeden, der verstehen möchte, was sich hinter all diesen potenziell kriminellen Aktivitäten verbirgt. Es kommt die Frage auf, was die wahren und tatsächlichen Gründe der Aktionäre sind, die Überprüfung eines Verwaltungsratsvorsitzenden abzulehnen, gegen den strafrechtliche Ermittlungen laufen.

Dieser Umstand hat nun auch die Aufmerksamkeit des norwegischen Pensionsfonds erregt, der größte Staatsfonds der Welt, der sich rühmt, nur in ethisch korrekte Unternehmen zu investieren. Der norwegische Staatsfond kaufte über seinen deutschen Vertragspartner, die Vermögensverwaltungs FPM (Frankfurt Performance Management AG) Anteile an der elumeo SE.

Nicht nur mussten die Norweger mit Ansehen, wie das Management der elumeo SE das Unternehmen durch Misswirtschaft auf eine rasante Talfahrt schickte, sondern auch noch aus niedrigen Beweggründen grundlegende Rechte abhängiger thailändischer Mitarbeiter missachtet. Die ethisch korrekten Norweger, die bereits über den Fall elumeo SE informiert sind, hatten bereits zuvor beim US Handelsriesen WalMart ihre Investments aufgelöst. Auch dort wurden die Rechte der Mitarbeiter missachtet.

Quellenangaben >>

Bildquelle: obs/Roderich Schätze/privat
Textquelle: Roderich Schätze, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/135547/4371751

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